An den Wiesen meiner Kindheit

28.06.2018

Solange ist es nicht her, dass ich dort das letzte Mal spazieren ging; Im Robert-Koch-Park, in Leipzig-Grünau. Zwischen Pavillon und Bootshaus pendelnd, an der Villa von Rudolf Sack vorbei, die kleinen Brücken vorsichtig überquerend. Die sind längst nicht mehr so stabil wie in meiner Kindheit, längst auch nicht mehr so leuchtend weiß deren verschnörkelte Holzgeländer. Wieso sich da niemand drum gekümmert hat? Ich weiß es nicht. Eine viertel Ewigkeit liegt dazwischen: Als ich mit Rio Reiser-Songs in den Kopfhören und meiner ersten selbstgekauften Schachtel Zigaretten, aufbewahrt in der Innentasche von Papas alter Lederjacke, vom Liebeskummer schwermütig (oder durch Schwermut verkümmerter Liebe) dort meine Kreise zog. Unweit der Wohnung, in der ich mit meinen Eltern und meiner Schwester lebte, nicht weit von meiner Schule und dem Jugendclub "Völkerfreundschaft", in dessen Keller meine erste Band probte, nah an der S-Bahn. Noch bevor es das Allee-Center gab. 

Später hockten wir auf der Wiese vor der Sack-Villa, tranken Sterni und kifften, schrieben Lieder oder rannten vor den Glatzen weg, die Grünau Mitte der 90er zur National Befreiten Zone machen wollten: Die BILD! berichtete...

Und dort nun werde ich morgen ein Konzert geben. Zusammen mit Mario Ferraro. An den Wiesen meiner Kindheit. Passender kann ein Konzertrahmen nicht sein. 

 

20:00 Uhr Beginn, Zugang über Schönauer Straße. 

 

 

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