Keller, Kirche, Kutter

21.04.2018

Ich mag Alliterationen. Richtigerweise müsste die Überschrift aber lauten: Ursprung, Gustav-Adolf-Saal und Segelyacht. 

Wir trafen uns am Freitag in Rostock auf dem Alten Markt, die Band und das Team. Seit Tourbus Rudi vergangenes Jahr in seine wohlverdiente Rente ging, müssen wir nun getrennt von einander und mit zwei PKW zum Konzert fahren. Das ist immer spannend, weil in jedem Auto ein anderes Gesprächsklima herrscht und es immer einen Moment dauert, bis man sich aufeinander eingeschwungen hat . Unser Tontechniker Manrico war in Erzähl-Laune und dozierte mir den ganzen Weg von Berlin bis Rostock die Funktionsweise verschiedenster Effekt-Geräte und schlussendlich auch die eines Analog-Digital-Wandlers. Rauchenden Kopfes habe ich den Rest der Band begrüßt. 

Die Show lief astrein und das Publikum war vom ersten Titel an dabei. Das ist selten in Mecklenburg-Vorpommern und umso erfreulicher. 

In Stralsund dauerte es eine Zeit, bis die Anlage des Hauses eingemessen war. Leider ist kein Chef-Trechniker mehr vor Ort, der die PA wartet. Der Azubi ist fleißig und wissbegierig und hat von Manrico viel gelernt an diesem Nachmittag und Abend. Aber ich frage mich ernsthaft, w e r ihn denn ausbildet. Immer öfter stellen wir fest, dass die Arbeit einer Band im laufenden Kulturbetrieb nicht mehr ernst genommen wird. Es geht nicht darum, jubelnd auf einem Roten Teppich empfangen zu werden und im Backstage die erlesensten Speisen vorzufinden inklusive teurerer Getränke. Eine Kanne Kaffee und ein freundliches Hallo würden ja genügen. In Stralsund war nichts davon. Den ganzen Abend lang ließ sich niemand vom Haus bei der Band blicken und ein Telefonat wurde vorzeitig beendet. Nur weil ich nachfragte, ob es denn möglich sei, dass die Band ein paar Bier und eine Flasche Wein in die Garderobe bekommen könnte. Dass der Abend trotz dieser kühlen Atmosphäre ein Erfolg war, lag an der unkomplizierten Art der Musiker damit umzugehen und mich zu entlasten sowie der aufopfernden Arbeit von Manrico und dem ganzem ehrenamtlichen Team, das die Tournee begleitet.  Hauptanteil aber hatte Skipper Sven vom Strelasund Yachtcharter, der zusammen mit seiner Frau Chrissi als Street-Team agierte und sicher mehr als die Hälfte des Publikums in die Kulturkirche schickte. Das Thema Werbung ist mittlerweile vielen Veranstaltern fremd. "Wieviele Plakate darf ich Ihnen den schicken?", frage ich. "Na so 4 Stück.".... Ich rolle also 10 Stück zusammen und finde am Abend dann eines vor der Location und 9 unter der Ladentheke wieder. Sicher: Werbung ist teuer. Aber auch als Veranstalter habe ich doch die Pflicht, mich um das Gelingen eines Konzertes zu bemühen und nicht alles nur auf die Künstler abzuwälzen. Schade drum. Aber es zeigt wieder, dass es wichtig ist, ein gutes Team um sich zu haben, das an die Sache glaubt. 

Jedenfalls lud uns Sven im Anschluss an die Show auf sein Boot ein, welches nur aus Gründen meiner Vorliebe für Alliterationen im Titel als Kutter bezeichnet wird. Dort saßen wir und klönten bis morgens um fünf. 

Das Hotel Kontorhaus hat uns freundlicherweise die Übernachtungen gesponsort und ein sehr leckeres Frühstück. Das war nicht nur eine Unterstützung für uns als Christian Haase Band, sondern eine für die gesamte Kulturlandschaft. 

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